Im Mai 2011 wurde in der um 1830 erbauten Alten Schule in Bermuthshain ein neues Museum eingeweiht. Als Gedenk- und Mahnstätte widmet sich dieses der ab 1936 von der Deutschen Wehrmacht auf der Gemarkung von Grebenhain unter strengster Geheimhaltung errichteten Luftmunitionsanstalt Hartmannshain (Muna).

Auf dem weiträumigen Gelände der Muna mit ca. 120 Munitionsbunkern und anderen Gebäuden wurden Arbeitskräfte aus der Umgebung, während des Krieges auch deutsche Dienstverpflichtete und Zwangsarbeiter eingesetzt. Am Ortsausgang von Bermuthshain entstand ab 1943 ein Barackenlager für 110 ukrainische Zwangsarbeiterinnen, die sehr schwere und gefährliche Arbeit mit Sprengstoffen leisten mussten, was zu Gesundheitsschäden und auch Todesfällen führte. Die Schicksale der ukrainischen, überwiegend sehr jungen Zwangsarbeiterinnen bilden einen Schwerpunkt der Präsentation.

Kurz vor dem Eintreffen amerikanischer Truppen sprengte die Wehrmacht Ende März 1945 die nahezu vollständig mit Munition gefüllten Bunker, wobei der Oberwald mit gefährlichen Munitionsrückständen verseucht wurde. Das Thema Entmunitionierung des Muna-Geländes wird in der Ausstellung durch Bodenfunde und Warntafeln veranschaulicht. Erst 1991 gelang es, eine intensive Entmunitionierung durchzusetzen, um einer Gefährdung oder Verseuchung des Grundwassers dauerhaft vorzubeugen.

Ab 1946 siedelten sich auf dem ehemaligen Muna-Areal zahlreiche, unter anderem von Flüchtlingen und Vertriebenen aufgebaute Industriebetriebe an. Zudem bestand hier seit 1957 ein „Berliner Ferienlager“, das Kindern und Jugendlichen aus West-Berlin Erholung bot. Wieder militärisch genutzt wurde das Gelände seit Ende der 1970er Jahre, als die USA hier ein Versorgungslager errichteten. Auf knapp 22 ha entstanden Bunkeranlagen für konventionelle Waffen und eine unterirdische Tankanlage.

Erst im Zuge der deutschen Wiedervereinigung wurde das NATO-Lager nach und nach aufgegeben. Heute dienen die Bunkeranlagen verschiedenen Firmen als Lagerraum. 2013 wurde in einem der Bunker eine Außenstelle des Muna-Museums eingerichtet, die im Rahmen einer Führung durch das Muna-Gelände zugänglich ist. (Text: Museen in Hessen/Muna Museum Grebenhain)

27/09/2020

Grebenhain-Bermuthshain, Muna-Museum

Im Mai 2011 wurde in der um 1830 erbauten Alten Schule in Bermuthshain ein neues Museum eingeweiht. Als Gedenk- und Mahnstätte widmet sich dieses der ab […]
27/09/2020

Freiensteinau, Wasserwerk

Das Maschinenhaus des Wasserwerks von Freiensteinau wurde wahrscheinlich 1909 als ein für die örtlichen Verhältnisse markanter Zweckbau errichtet. Das eingeschossige Gebäude steht auf einem Sockel aus […]
27/09/2020

Alsfeld-Eifa, Eisenbahnviadukt

Auf dem Eisenbahnviadukt von Eifa überquerte die Bahnlinie Alsfeld – Niederaula – Bad Hersfeld, die sog. Gründchenbahn, westlich des heutigen Alsfelder Stadtteils das Wiesental der Eifa. […]
27/09/2020

Alsfeld, Autobahnmeisterei

Die Autobahnmeisterei Alsfeld an der heutigen A 5 zwischen Gießen und Kassel wurde 1938 im Zuge des nationalsozialistischen Reichsautobahnbaus nach Plänen von Paul Bonatz als Zweckbau […]
27/09/2020

Alsfeld, Brauerei

1858 gründete der jüdische Kaufmann Leopold Wallach die Alsfelder Brauerei, nachdem die Stadt Alsfeld auf ihr Braumonopol verzichtet hatte. Die Betriebsanlagen befanden sich zunächst auf dem […]
27/09/2020

Wettenberg-Wißmar, Holz + Technikmuseum

Das Museum nahe des Wißmarer Sees präsentiert in zwei Gebäuden Geräte und Maschinen, die einst in dem hier ansässigen, 1999 stillgelegten Sägewerk- und Zimmereibetrieb eingesetzt wurden. […]
27/09/2020

Staufenberg-Mainzlar, Wasserturm

Der Anfang des 20. Jahrhunderts in Mainzlar errichtete Wasserturm versorgte Mainzlar mit Wasser. Der Wasserbehälter wurde von der Wassergenossenschaft „Glückauf“ Lollar finanziert, die 1906 von den Gemeinden Lollar, Staufenberg […]
27/09/2020

Staufenberg-Mainzlar, Didier-Werke

Die Produktion von feuerfesten Materialien wurde 1907 in Mainzlar durch die Firma Scheidhauer & Gießing begonnen. 1932 wurde das Werk von der „Stettiner Chamottefabrik F. Didier“ übernommen. Das Quarzitvorkommen […]
27/09/2020

Staufenberg-Mainzlar, Brunnenhaus

Das Brunnenhaus in Mainzlar wurde 1913 errichtet. Das Gebäude über einem runden Grundriss  wurde aus Natursteinquadern erbaut. Besonders auffällig sind die weißen Fugenstriche und die Welsche Haube. […]