Kirchhofsmühle Weilburg. Bild: Otto Volk.

Weilburg, Kirchhofsmühle

Weilburg, Kirchhofsmühle

Im Bangert 1, Weilburg, Deutschland

Von der Mühle zum Pfadfinderzentrum.

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Objektinformation

Zugänglichkeit

Thema: verarbIndustrie

Funktion: Industriemühle

Eigentümer - Träger: unbekannt

Nutzungszeit: 1878 bis 1926

Baujahr: (1421) 1878

Zustand: schlecht

Denkmalschutz: ja

Beschreibung:

Eine Mühle an dieser Stelle wird erstmals 1421 genannt. Die herrschaftliche Erbbestandsmühle kam 1866 in preußischen Besitz. Am 1. Januar 1878 ging sie im Rahmen einer förmlichen Auseinandersetzung an den letzten Erbbeständer, den Müller Christian Moser, über, während das Lahnwehr einschließlich der Baulast in das Eigentum des Domänenfiskus kam.

Die Kirchhofsmühle in Weilburg liegt an der Lahn südlich der Altstadt unweit der Einfahrt zum Weilburger Schiffstunnel. Die Mühle wurde nach dem Übergang in private Hand seit 1878 ausgebaut und vergrößert: Die Mühlräder wurden von Turbinen abgelöst, mit einem Generator wurde die Stromerzeugung aufgenommen. Ab 1906 hatte die Mühle die Genehmigung, einzelne Häuser mit Strom zu versorgen. Das Hauptgebäude wurde um 1880/90 errichtet. Es handelt sich um einen zeitgemäßen Industriebau des ausgehenden 19. ,Jahrhunderts (Denkmaltopographie) aus verputztem Klinkermauerwerk. Die Fassade des viergeschossigen, mit Kniestock versehenen Mühlengebäudes ist vorwiegend horizontal gegliedert und mit regelmäßig angeordneten Netzsprossen-Fenstern versehen.
Am 15. Oktober 1925 wurde die Mühle durch Brandstiftung des in wirtschaftliche Schwierigkeiten geratenen Besitzers schwer geschädigt. Nach dem Brand wurde der Mahlbetrieb 1926 eingestellt. Seitdem erzeugt die Mühle mit Hilfe der Turbinen Strom. 1935/36 wurde die Mühle an den Müller Engelmann der Brückenmühle verkauft. Die Kirchhofsmühle ist als Kulturdenkmal denkmalgeschützt.

Heute befindet sich auf dem Gelände der Mühle das „Pfadfinderzentrum Kirschhofsmühle“.

Literatur:

Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland : Kulturdenkmäler in Hessen : Landkreis Limburg-Weilburg. Band 2 (Mengerskirchen bis Weinbach), bearbeitet von Falko Lehmann, 1994., S. 768. Schick, Wilhelm: Zur Geschichte der Weilburger Mühlen, in: Weilburger Blätter Nr. 69, 1986, S. 547-549.