
Versteckt: Schnecke im polierten Kalkstein Bild: Lahn-Marmor-Museum
Kaum ein Werkstein steht so eng für die Industriegeschichte Mittelhessens wie der Lahnmarmor. Über mehr als 400 Jahre prägte sein Abbau die Region zwischen Wetzlar und Katzenelnbogen. Steinbrüche, Steinmetzbetriebe und Bildhauerwerkstätten schufen ein bedeutendes wirtschaftliches Netzwerk, dessen Spuren bis heute sichtbar sind. Gleichzeitig trat der Lahnmarmor von Mittelhessen aus seinen Weg in die Welt an.
Bauwerke von internationalem Rang zeugen von der außergewöhnlichen Qualität des Gesteins. Lahnmarmor findet sich unter anderem in der Eremitage in St. Petersburg, im Empire State Building in New York sowie in zahlreichen Schlössern, Kirchen, Hotels und Bahnhöfen. Auch in Mittelhessen und entlang der Lahn begegnet man dem Werkstein vielerorts, beispielsweise im Limburger Dom, im Weilburger Schloss oder im Grand Hotel Bad Ems.
Ein besonderer Ort der Industriekultur ist das Lahn-Marmor-Museum in Villmar. Hier wird nicht nur die Entstehungsgeschichte des rund 380 Millionen Jahre alten Gesteins anschaulich vermittelt. Das Museum verbindet Geologie, Handwerk und Industriegeschichte auf einzigartige Weise. Ein besonderes Erlebnis ist der historische Unica-Bruch, ein Steinbruch, der als Teil des Museums besichtigt und begangen werden kann. So wird die Geschichte des Lahnmarmors unmittelbar an ihrem ursprünglichen Entstehungs- und Abbauort erlebbar.
Besonders bemerkenswert ist das Engagement hinter dem Museum: Das Lahn-Marmor-Museum wird vollständig ehrenamtlich betrieben. Mit großem Einsatz kümmern sich die Engagierten um den Museumsbetrieb, Führungen, Veranstaltungen und die Vermittlung dieses bedeutenden industriekulturellen Erbes. Damit leisten sie einen wertvollen Beitrag, die Geschichte des Lahnmarmors lebendig zu halten und für kommende Generationen zu bewahren. Wer sich für Geologie, Handwerk, Regional- oder Industriegeschichte interessiert und sich aktiv einbringen möchte, ist herzlich willkommen. Das Museum freut sich immer wieder über weitere ehrenamtliche Mitstreiterinnen und Mitstreiter, die Freude daran haben, Besucherinnen und Besuchern die faszinierende Geschichte des Lahnmarmors näherzubringen.
Wer mehr über diesen außergewöhnlichen Naturstein, seine weltweite Bedeutung oder Möglichkeiten zum ehrenamtlichen Engagement erfahren möchte, findet weitere Informationen auf der Internetseite des Lahn-Marmor-Museums: https://lahn-marmor-museum.de/
Der vollständige Beitrag erschien im Lahntal Magazin „#Lahntalliebe“, Ausgabe 02/2024 auf Seite 32 unter dem Titel „Poliertes Revival im Villmarer Lahn-Marmor-Museum“: https://www.daslahntal.de/info-und-service/tourist-informationen/prospekte-bestellen/prospekte
Übrigens: Aus geologischer Sicht ist Lahnmarmor streng genommen gar kein echter Marmor, sondern ein polierfähiger Kalkstein. Korallen, Seelilien oder Schnecken sind im polierten Stein noch heute sichtbar und machen jedes Stück zu einem besonderen Zeugnis der Erdgeschichte.
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