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18/08/2026

Tag des offenen Denkmals® 2026: Industriekultur in Mittelhessen entdecken

07.09.2026
von Kirsten Steimel

Am 13. September öffnen bundesweit wieder zahlreiche Denkmale ihre Türen – auch Mittelhessen ist mit vielen spannenden Orten der Industriekultur dabei.

Unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ lädt der diesjährige Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September 2026, dazu ein, Geschichte dort zu entdecken, wo Menschen, Waren, Energie und Informationen seit Jahrhunderten miteinander verbunden werden. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die den Aktionstag bundesweit koordiniert, meldet bereits rund 5.000 beteiligte Denkmale und mehr als 800 Denkmal-Touren. Viele Angebote sind kostenfrei.

Das diesjährige Motto passt dabei ganz besonders gut zur Industriekultur. Denn historische Industrieanlagen und technische Denkmale erzählen immer auch von Netzwerken: von Verkehrswegen und Bahnstrecken, von Wasser- und Energieversorgung, von Rohstoffgewinnung und Verarbeitung, von Handel und Kommunikation. Genau diese Verbindungen prägen auch die Industriegeschichte Mittelhessens.

 

Mittelhessen ist dabei

Auch in der Region Mittelhessen gibt es am Tag des offenen Denkmals® zahlreiche Möglichkeiten, Industriekultur unmittelbar zu erleben. Im Veranstaltungskalender der Industriekultur Mittelhessen finden sich zahlreiche Angebote, die das Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ auf ganz unterschiedliche Weise mit Leben füllen.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Geschichte von Bergbau und Rohstoffgewinnung. So öffnet beispielsweise das Untertagemuseum im Bergbaubunker Niederscheld seine Türen. Bei Führungen können Besucherinnen und Besucher in die Geschichte des Eisenerzbergbaus im Schelderwald eintauchen.

Auch die Stein- und Marmorindustrie ist vertreten: Bei Führungen durch den Steinbruch Michelnau lässt sich die Geschichte des historischen Basaltabbaus unmittelbar vor Ort nachvollziehen. Im Lahn-Marmor-Museum Villmar widmet sich eine Sonderausstellung dem Lahnmarmor im 19. Jahrhundert und dem Aufbruch in die Moderne. Damit wird ein wichtiger Teil der regionalen Rohstoff- und Wirtschaftsgeschichte sichtbar.

 

Bahn, Wasser und Verkehr – historische Netzwerke erleben

Das Motto des Jahres lenkt den Blick außerdem auf die Infrastruktur, die Regionen miteinander verbunden und wirtschaftliche Entwicklung ermöglicht hat.

In Löhnberg kann das mechanische Stellwerk am Bahnhof besichtigt werden. In Aumenau öffnet der historische Güterschuppen am Bahnhof seine Türen. Und in Weilburg verbindet eine E-Bike-Tour historische Bauwerke und Verkehrswege unter dem Titel „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur – Historische Bauten, die uns bewegen und verbinden“.

Auch die Wasserversorgung gehört zu diesen historischen Netzwerken. In Weilburg gibt es Führungen zur historischen Wasserversorgung. Mit dem Weilburger Rollschiff wird zudem eine historische Form der Flussquerung erlebbar – ein schönes Beispiel dafür, wie technische Infrastruktur und Verkehrsgeschichte unmittelbar mit dem Alltag der Menschen verbunden waren.

 

Von der Werkstatt bis zum Labor

Industriekultur zeigt sich aber nicht nur in großen Fabrikanlagen oder Bergwerken. Auch kleinere technische und handwerkliche Zeugnisse erzählen von der Entwicklung der Region.

In Sechshelden steht die ehemalige Dorfschmiede im Mittelpunkt. In Leun öffnet eine historische Mühle. In Gießen wiederum kann das Liebig-Museum mit seinem historischen Laboratorium bei stündlichen Führungen entdeckt werden – ein Ort, an dem Wissenschafts- und Technikgeschichte unmittelbar erlebbar wird.

Damit wird deutlich: Industriekultur ist in Mittelhessen kein abgeschlossenes Kapitel der Vergangenheit. Sie findet sich in Landschaften, Gebäuden, Verkehrswegen, Maschinen und technischen Anlagen – und prägt vielerorts noch heute das Bild unserer Städte und Gemeinden.

 

Ein Sonntag für Entdeckungen

Der Tag des offenen Denkmals® bietet die Gelegenheit, diese Orte aus einer neuen Perspektive kennenzulernen. Gerade die industriekulturellen Zeugnisse machen sichtbar, wie eng Arbeit, Technik, Landschaft, Verkehr und gesellschaftliche Entwicklung miteinander verbunden sind.

Wer sich für Industriekultur interessiert, kann das Programm der Industriekultur Mittelhessen nutzen und gezielt Veranstaltungen in der Region auswählen. Von Dillenburg und Wetzlar über Gießen und Wettenberg bis nach Weilburg, Villmar, Biedenkopf und in den Vogelsberg reicht das Angebot.

Das vollständige bundesweite Programm des Tags des offenen Denkmals® kann nach Region, Interessen und weiteren Kriterien durchsucht werden. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz weist darauf hin, dass das Programm laufend ergänzt wird.

Also: Am 13. September 2026 raus aus dem Alltag und hinein in die Geschichte! Entdecken Sie die Netzwerke, die Mittelhessen geprägt haben – und die industriekulturellen Denkmale, die davon bis heute erzählen.