Wandererlebnis Unica-Bruch. Bild: Lahntal Tourismus Verband e.V.

Villmar, Marmorbruch Unica

Villmar, Marmorbruch Unica

Unica-Bruch, Oberau, Villmar, Deutschland

Auf den Spuren der "Marmormetropole".

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Villmar, Marmorbruch Unica

Unica-Bruch, Oberau, Villmar, Deutschland

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Villmar, Marmorbruch Unica

Unica-Bruch, Oberau, Villmar, Deutschland

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Unica-Bruch, Oberau, Villmar, Deutschland

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Objektinformation

Zugänglichkeit

Thema: bergbausteine

Funktion: Marmorbruch

Eigentümer - Träger: unbekannt

Nutzungszeit: 1594 bis 1989

Baujahr: 1594

Zustand: gut

Denkmalschutz: unbekannt

Beschreibung:

Der Unicabruch bei Villmar ist ein bedeutender, von 1594 bis 1989 genutzter Marmorsteinbruch am westlichen Lahnufer. Heute wird der ehemalige Bruch ein GeoTop des Nationalen Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus. Seit spätestens 1594 wurde hier wie in weiteren Villmarer Steinbrüchen der polierfähige Unica-Marmor abgebaut. Während bis Mitte des 19.

Jahrhunderts Marmorabbau und -verarbeitung noch in der Hand von kleineren Familienbetrieben lag, wurde der Industriezweig 1864 mit der Gründung der Nassauischen Marmorwerke systematisch umstrukturiert. Deren Werksgebäude, in dem das Schneiden, Schleifen und Polieren mit Wasserkraft erfolgte, ist nicht mehr erhalten, denn 1892 meldete das Unternehmen Konkurs an, und die international agierende Firma Dyckerhoff & Neumann mit Sitz in der König-Konrad-Straße übernahm die gesamte Verarbeitung. Zu dieser Zeit waren an diesem Standort 200 Mitarbeiter beschäftigt. War man zuvor noch auf den Ausbau der Lahn als Schifffahrtsweg angewiesen, so konnte der Marmor ab 1862 effizienter mit der Lahntalbahn abtransportiert werden.

Villmar galt nun im In- und Ausland als „Marmormetropole“. Der Marmor in Schwarz-, Grau- und Rottönen wurde unter anderem beim Bau des Empire State Buildings in New York, der Eremitage in Sankt Petersburg und des Berliner Doms verwendet. Auch kleinere Gebrauchsgegenstände wie Aschenbecher wurden hier produziert. Doch auch in vorindustrieller Zeit schon nutzte der lokale Adel den Stein, wie beispielsweise ein Marmorwappen im Hof der Burg Runkel von 1668 und eine schwarze Badewanne von 1711 im Weilburger Schloss beweisen. Der Lahnmarmor neigt jedoch zum Brechen, daher wurde bald Stein aus Italien, Frankreich oder Belgien bevorzugt. Die Abwärtsentwicklung wurde nur durch eine verstärkte Förderung zur Zeit des Nationalsozialismus verzögert.
1979 war das Ende der Firma und des systematischen Unica-Abbaus in Villmar.

Der Unica-Bruch ist ein besonderer Erlebnisort und nicht umsonst ein „Geotop von nationaler Bedeutung“. Der Bruch kann auch im Rahmen zahlreicher Wanderrouten aufgesucht werden. Fußläufig befindet sich das Lahn-Marmor-Museum.

Literatur:

Aumüller, Lydia: Auf den Spuren des Villmarer roten und Schupbacher schwarzen Marmor. In: Baeumerth, Angelika, 1951-2001. "Sinclair-Haus". In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Landeskunde Bad Homburg vor der Höhe, Band 47 (1998), S. 105-112, Ill. Kirnbauer, Thomas: Blick in das Innere eines 380.000.000 Jahre alten Riffes : der Lahnmarmor von Villmar bei Weilburg. In: Faszination Geologie, 2006, S. 69.