Haiger, Minervahütte

Haiger, Minervahütte

Westerwaldstraße 40, 35708 Haiger, Deutschland

Die Minervahütte in Haiger wurde 1871 gegründet und zur Herstellung von landwirtschaftlichen Maschinen genutzt.

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Die Minervahütte in Haiger wurde 1871 gegründet und zur Herstellung von landwirtschaftlichen Maschinen genutzt.

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Die Minervahütte in Haiger wurde 1871 gegründet und zur Herstellung von landwirtschaftlichen Maschinen genutzt.

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Objektinformation

Zugänglichkeit

Thema: verarbIndustrie

Funktion: Maschinenbaufabrik

Eigentümer - Träger: unbekannt

Nutzungszeit: 1871 bis ?

Baujahr: 1871

Zustand: unbekannt

Denkmalschutz: nein

Beschreibung:

Die Minervahütte in Haiger wurde am 1. April 1871 durch den Düsseldorfer Unternehmer G. A. Scheidt als „Gewerkschaft des Schelder-Eisenwerks Minerva-Hütte bei Haiger“ gegründet. Unter einem neuen Besitzer erhielt das Unternehmen am 15.11.1872 den Namen „Minerva-Hütte, A. Grimmel & Co. in Haiger“. In der Minervahütte wurden landwirtschaftliche Maschinen hergestellt, in der Hauptsache Futterschneidemaschinen sowie kleinere Dreschmaschinen und Göpel. Die Zahl der Arbeiter stieg von 24 bei der Gründung auf 70 im Jahr 1874, 120 im Jahr 1890 und 180 Mann im Jahr 1900.

Anfangs wurden 300 Dreschmaschinen und etwa 500 andere landwirtschaftliche Maschinen pro Jahr hergestellt, was mit der Zunahme der Belegschaft erheblich gesteigert werden konnte. 1914 beschäftigte die Firma 270 Arbeiter und 24 Personen im kaufmännischen und technischen Personal. Zu dieser Zeit wurden im Jahr 4.511 Maschinen (Futterschneidemaschinen, Rübenschneider, Steinschrotmühlen, Stiften- und Breitdreschmaschinen, Göpel und Motordreschmaschinen) hergestellt, die für 900.000 Reichsmark verkauft wurden. Dafür wurden 220.000 Mark für Löhne und Gehälter aufgewandt. Vor dem Ersten Weltkrieg wurden vor allem größere Maschinen produziert, unter denen sich die Zahl der Motordreschmaschinen von Jahr zu Jahr fast verdoppelte. Die Firma lieferte ihre Maschinen in das ganze Deutsche Reich, aber auch nach Dänemark, Holland, Belgien, Italien und Russland. Sie betrieb Filialen in Insterburg, Berlin und Köln.
Vor dem ersten Weltkrieg umfasste das Betriebsgelände 35.000 m², worauf 9.800 m² Fabrikationsräume standen. Zwei Wasserräder, zwei Lokomobile, ein Diesel-Motor und verschiedene Elektromotoren erzeugten 1914 für die Fabrik insgesamt 250 PS. Damit wurden „die reichlich vorhandenen Werkzeugmaschinen in den einzelnen Betrieben wie Schlosserei, Dreherei, Schreinerei, Gießerei sowie Holzsägewerk in Betrieb gesetzt“. Für die Arbeiter und Angestellten des Betriebes bestand seit 1884 eine Betriebskrankenkasse. Inhaber der Firma war 1914 Rudolf Schramm in Haiger. Heute produziert am alten Standort der Minverahütte die Thielmann Kabelwerk GmbH & Co. KG.