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Neue Lahn-Marmor-Route zwischen Wetzlar und Balduinstein: per Internet oder App den Lahnmarmor erkunden

29.07.2021
von Manuel Heinrich

Der Nationale Geopark Westerwald-Lahn-Taunus wird im Bereich der Lahn vom Lahnradweg durchquert, der auch als Marmorroute ausgeschildert ist. Die Bezeichnung „Marmorroute“ bezieht sich dabei auf die Abbauregion des Lahnmarmors, in der über 400 Jahre in über 100 Brüchen entlang der mitteldevonische Massenkalk abgebaut wurde. Die letzte nennenswerte Bergung von Lahnmarmor erfolgte 1989 im Villmarer Bongard-Bruch, um Marmor für den kriegszerstörten Hochaltar der Mannheimer Jesuitenkirche zu gewinnen. Verwendung fand der mehrfarbige Marmor von der Lahn in den Domen, Kirchen, Schlössern und Burgen entlang von Rhein, Mosel, Main und Lahn. Auch im Empire State Building in New York, dessen Einweihung sich 2021 zum 100. Mal jährt, wurde der Lahnmarmor verwendet.

Heute wird der mitteldevonische Massenkalk von der Lahn nur noch zur Kalkgewinnung abgebaut. Die historischen Marmorbrüche sind teilweise verfüllt oder liegen in schwer zugänglichen Naturschutzgebieten. Nur ein einziger Marmorbruch ist gut zugänglich, erschlossen und als Naturschutzgebiet mit dem Prädikat „Nationales Geotop“ ausgezeichnet: der Unica-Bruch in Villmar, 380 Meter vom Villmarer Lahn-Marmor-Museum (www.lahn-marmor-museum.de) entfernt. Bei vielen Bauwerken in der Region wurde der Lahnmarmor als reiner Werkstein, aber auch als schmückender Stein verwendet. Ein Besuch lohnt sich.

Mit Hilfe des Systems KuLaDig (Kultur. Landschaft. Digital.) wurden rund 100 Stationen zwischen Wetzlar und Balduinstein über eine sogenannte Story-Map erschlossen. Für Villmar wurde der schon seit 2000 bestehende Lahn-Marmor-Weg digitalisiert. Das System KuLaDig (www.kuladig.de) wird federführend vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) in Kooperation mit dem Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (RVDL) sowie den Ländern Hessen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein betrieben. Die Nutzer der Route können mit KuLaDig ihre Tour vorbereiten und unmittelbar während der Tour KuLaDig per App nutzen. Diese Art der Nutzung erfolgt im Rahmen der Lahn-Marmor-Route erstmalig. Es handelt sich also um ein Pilotprojekt.

Die digitale Lahn-Marmor-Route soll die klassischen analogen und digitalen Reiseführer um den Aspekt Lahnmarmor ergänzen. Der Nutzer – sei es der Radfahrer auf dem Lahntalradweg oder ein Wanderer entlang der Lahn – findet Beschreibungen von alten Marmorbrüchen, Burgen, Schlösser oder auch von technischen Denkmalen wie zum Beispiel die Lahnschleusen, aber auch Hinweise auf Werkstätten.

Die Anwendung kann wie folgt aufgerufen werden:

  • KuLaDig-App im Google Play Store: Stichwort „Lahn-Marmor-Route“ bzw. für Villmar „Lahn-Marmor-Weg“
  • KuLaDig-App im Apple – App Store: Stichwort „Lahn-Marmor-Route“ bzw. für Villmar „Lahn-Marmor-Weg“
  • Homepage des Lahn-Marmor-Museums: www.lahn-marmor-museum.de, Menüpunkt: „Marmorroute“ bzw. für Villmar „Marmorweg“

Mit der Route wird erstmals die Region des historischen Lahnmarmorabbaus in einem länderverbindenden Projekt erschlossen. Die Route ist dynamisch angelegt und kann beliebig erweitert werden. Die in der Region tätigen Museen, zuständigen Institutionen, Heimat- und Geschichtsforscher sind eingeladen, am Projekt Lahn-Marmor-Route mitzuarbeiten.

Rudolf Conrads, Beiratsvorsitzender des Lahn-Marmor-Museums, bedankt sich bei dem großen Autorenteam sowie dem Landschaftsverband Rheinland und dem Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz für die großartige Zusammenarbeit und die Unterstützung des Projektes. Mit der Lahn-Marmor-Route ist es gelungen, die Bedeutung des heimischen Kalksteins im Rahmen eines Netzwerkes sowohl für Touristen als auch für die Bewohner der Region mit einem digitalen Informationssystem erneut präsent werden zu lassen. Die Lahn-Marmor-Route ist ein Muss für jeden Besucher der Lahn zwischen Wetzlar und Balduinstein, so Landrat Michael Köberle vom Landkreis Limburg-Weilburg, bei der Vorstellung der Route im Villmarer Lahn-Marmor-Museum.